Schule neu denken

Vor ein paar Jahren hat ein befreundeter Sozialarbeiter mir bei einem Mobbing-Workshop folgendes erzählt: „Schulen und Gefängnisse teilen ein strukturelles Problem: Ihre Mitglieder können nicht einfach gehen. Diese Ausstiegslösigkeit macht beide zu Hochrisiko-Umgebungen für Mobbing und Gewalt.“

Der Vergleich mit dem Gefängnis macht deutlich, wie sehr Fremdbestimmung die persönliche Entfaltung einschränken kann. Um aus dieser Dynamik auszubrechen, braucht es einen Paradigmenwechsel: Weg von der bloßen Anwesenheitspflicht, hin zum Selbstgesteuerten Lernen. Sobald Lernende selbst entscheiden, was, wie und mit wem sie arbeiten, wandelt sich der Ort des Zwangs in einen Raum der Eigenverantwortung.

Die Alemannenschule in Wutöschingen ist eine vielfach ausgezeichnete Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg, die als Vorreiter für modernes, selbstorganisiertes Lernen gilt.

Bericht über die Alemannenschule im ARD-Morgenmagezin (4:55 min)

Stefan Ruppaner (ehemaliger Schulleiter der Alemannenschule Wutöschingen, mittlerweile im Ruhestand) behauptet: „Der Unterricht ist das Problem“ (32:25 min)